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Wechseljahre - Heiss durch kalte Ernähung

Wege zur Heilung
Wege zur Heilung

Wechseljahre - Heiss durch kalte Ernähung

Wege zur Heilung

Die Natur hält viele Mittel bereit, Wechseljahrbeschwerden zum Verschwinden zu bringen oder stark zu mindern. Im zweiten Teil zeigt Karoline Dichtl die Bedeutung der Ernährung in der Zeit des Wandels der Frau.

In der letzten Ausgabe gab ich Tipps gegen Hitzewallungen und Schweissausbrüche. Als Mittel der Wahl empfahl ich das Schüsslersalz Nr. 8 Natrium chloratum als ausgleichendes Hauptmittel für alle Symptome von Trockenheit bis Schwitzen. Schüsslersalze und
homöopathische Mittel können gute Dienste leisten, allerdings sind die Beschwerden während der Wechseljahre auch abhängig von der Ernährung.
Es ist heute allgemein bekannt, dass mit einer sojareichen Ernährung viele Symptome gar nicht erst auftauchen. Deshalb kennt man in China kein Wort für das Klimakterium, denn dort gehört Tofu zum täglichen Speiseplan. Bei uns im Westen beginnen viele Frauen die Tofu- oder Sojareiche Ernährung erst mit dem Beginn der Wechseljahre. Dann ist es aber schon zu spät.

Durch kalte Ernährung zu stärkeren Hitzewallungen

Das zweite Ernährungsproblem ist aus Sicht der traditionell chinesischen Medizin eine zu kalte oder kühle Ernährung, denn das Klima in Mitteleuropa ist vorwiegend feucht-kühl. Daher bräuchte es als Ausgleich mehr Wärme, die am besten über das Essen zugeführt wird. Wenn nun der Organismus durch die Ernährung stark gekühlt wurde und sich ein sogenanntes »Kältephänomen« entwickelt hat, fallen die Hitzewallungen deutlich stärker aus. Wenn dann auch noch andere Erkrankungen, wie Rosacea, Couperose, Rheuma oder  Fibromyalgie bestehen, ist dies ein deutlicher Hinweis auf die Ausprägung der Kälte.

Aus Sicht der TCM haben die Lebensmittel selbst eine thermische Qualität, sie können also wärmen oder kühlen. Rohkost, viel Salat, Fisch, aber auch Joghurt, Südfrüchte und Mineralwasser kühlen den Körper und sind für Frauen als »Yin«-Wesen eher ungeeignet. Damit die zugeführte Kälte ausgeglichen wird, gewöhnt sich der Körper an, stark zu heizen. Während der Veränderungen durch die Wechseljahre werden daraus dann Hitzewallungen. Interessanterweise lassen sich extreme Hitzewallungen mit wärmender Ernährung nach der chinesischen Medizin erfolgreich mindern oder sogar ganz vertreiben. Sie bedeutet sehr vereinfacht, dass alle Lebensmittel nur in gekochter, gedünsteter, gebratener oder gebackener Form aufgenommen werden, sie werden also für den Körper vorbereitet und  vorverdaut. Daher verschwinden viele Verdauungsstörungen, wie beispielsweise Blähungen, aber auch Allergien, und es entsteht mehr Energie und Wohlbefinden.

Wenn Sie also in nächster Zeit die Wahl zwischen traditioneller Hausmannskost, wie Capuns, Papet Vaudois, einer Basler Platte oder einer Gerstensuppe und Salat und Rohkost haben, dann entscheiden Sie sich besser für etwas Warmes. Auch Polenta mit  verschiedenen Gemüsen ist als veganes Gericht sehr gut geeignet, die Hitzewallungen zu reduzieren. Mit wärmenden Gewürzen sollten Sie allerdings vorsichtiger haushalten, vor allem Ingwer, aber auch Zimt, schwarzer Pfeffer oder Chilli können schnell zu viel des Guten sein, wenn Sie schon warm essen.

Lebensmittel meiden, die nicht zu Jahreszeit und Region passen

Interessanterweise haben Menschen mit einem Kältephänomen eine Fettansammlung in der Körpermitte. Falls bei Ihnen seit Jahren keine Diät fruchtet, dann liegt es daran, dass die Speckschicht die inneren Organe wärmt, die durch Ihre Ernährung gekühlt werden. Sie befindet sich meist über der Magen-Darm-Zone und über dem Nierenbereich. Das gilt für Männer wie Frauen gleichermassen, wobei die Milz bei Frauen etwas empfindlicher auf kalte Nahrungsmittel reagiert. Das trifft auch auf die viel gepriesenen Smoothies zu, egal ob gelb, rot oder grün. Sie sind für unsere Breitengrade zu kalt und schaden der Milz, die es gern trocken und warm mag. Milzschwäche äusserst sich vor allem in Heisshunger auf Süsses, Wassereinlagerung und Fettansammlungen.

Gerade die anstehende Frühlings- und Sommerzeit bringt einige Hürden mit sich, da die frischen Gemüse und Obstsorten sehr verführerisch sind. Sie sollten allerdings bedenken, dass Spargel und Erdbeeren erst in den letzten Jahren in grossen Mengen angeboten werden, während es früher eine Delikatesse war, die selten auf den Tisch kam. Dasselbe gilt für Erdbeeren, die früher erst Richtung Sommer richtig reif waren, also eher Ende Juni, während Sie dank Zuchterfolgen heute schon im Mai verfügbar sind. Das ist aber zu früh, denn die äussere Temperatur passt noch nicht zur kühlenden Eigenschaft der Erdbeere. Dasselbe gilt für Tomaten und Gurken. Sie wachsen nicht in einem kühlen und verregneten Sommer, weil man in diesem Fall nichts Kühlendes braucht. Wenn es wirklich lange trocken und heiss ist, dann spriessen die Gemüse wunderbar und das ist auch richtig so.

Weiterlesen im Heft Nummer 41

Kontakt zur Autorin
www.5plus12.de, kd@5plus12.de
Buchtipp
• Karoline Dichtl, Das Kältephänomen – das Geheimnis wärmender Ernährung, ISBN 978-3-7347-4617-8
• Karoline Dichtl, Das Kältephänomen – Der Einkaufshelfer, ISBN 978-3-7347-7896-4
• Karoline Dichtl, Wechseljahre – Hochsommer des Lebens, ISBN 978-3-7431-5349-3
Im Buchhandel oder über den Narayana-Verlag.de erhältlich

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