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Mehr Freude im Alltag

Workshop von Anouk Claes
Workshop von Anouk Claes

Mehr Freude im Alltag

Workshop von Anouk Claes

Für viele Menschen verlaufen die Tage immer gleich. Sie empfinden Sie als ereignislos, langweilig – als Routine. Was also kann getan werden, damit wieder mehr Freude ins Leben einkehrt? Anouk Claes zeigt, wie ein Spaziergang in der Natur anders als gewohnt verlaufen kann und dadurch plötzlich voller Überraschungen ist und den Alltag verzaubern kann.

In diesem Artikel möchte ich verschiedene Aspekte, die Routine und Alltag betreffen, betrachten. Und zeigen, was gegen das Empfinden von »Routine« hilft, und wie es gelingen kann, wieder besser zu spüren. Wir empfinden vieles als Routine, obwohl doch jeder Tag neu ist. Aber was genau ist Routine und was steckt dahinter? Diesen Fragen gehe ich zuerst nach.

Das Empfinden von Routine bei verdrängten Gefühlen

Es ist unangenehm, etwas als Routine zu empfinden. Routine ist an sich kein Gefühl, also stellt sich die Frage, um welches Gefühl es sich handelt, das dahinter verborgen ist. Das können Sie am besten in dem Moment ermitteln, wenn Sie gerade »Routine«  empfinden. Wir fühlen etwas, aber wir verdrängen dieses Gefühl, so dass es nicht richtig spürbar ist – es ist kein deutlich erkennbares Gefühl. So etwas passiert oft, wenn es sich um ein nicht sehr intensives Gefühl handelt. Wenn wir es verdrängen, bleibt zu wenig von  der Substanz dieses Gefühls übrig, um es richtig einordnen zu können. Statt also zu spüren, denken wir nach und meinen, »Routine« zu fühlen. Es kommt uns vor, als ob sich nichts veränder, oder dass nichts passiert, oder dass es immer dasselbe ist. Aber all das  sind Gedanken, die man hat, zu dem was man fühlt, denn fühlen kann man das nicht. Das Gefühl selbst kommt gar nicht zum Vorschein, weil es zu stark verdrängt ist. Warten Sie also auf den Moment, in dem Sie »Routine « oder etwas Ähnliches empfinden und fühlen Sie dann in ihrem Körper, um welches Gefühl es sich tatsächlich handelt. Sollten Sie es nicht wirklich erkennen oder benennen können, kann Ihnen der Ort, an dem Sie es im Körper empfinden, helfen, es besser zu deuten. Wenn Sie es eher unten, im Bauch, spüren, ist es wahrscheinlich Wut. Befindet es sich eher oben, im Oberkörper, kann es Angst sein. Wenn es wie überall ist, kann es auch Trauer sein.

Meiner Erfahrung nach handelt es sich meistens um das Gefühl der Wut, das man als »Routine« interpretiert. Wut ist nicht ausschliesslich das, was man landläufig unter Wut oder wütend werden versteht; jegliche Form von »keine Lust haben« oder »nicht wollen« wird begleitet von Wut. Keine Lust zu haben ist also Wut, aber weil es nicht sehr stark ist, erkennt man es oft nicht. Gefühle treten selten einzeln auf, oft ist Wut auch mit Angst vergesellschaftet. Etwas nicht machen zu wollen, dass man tun muss, erzeugt Angst, Angst vor Konsequenzen zum Beispiel. Weil dieser Mix an Gefühlen verdrängt wird, fasst man das innerlich unter Routine zusammen. Das vermeintliche Empfinden der »Routine« wird also durch ein unklares Fühlen der Gefühle verursacht.
Es gibt aber noch weiteres, das »das Gefühl der Routine« verursachen kann.

Das Empfinden von Routine durch fehlende Ausgeglichenheit

Alle Menschen sind mit einem Geist und einem Ego ausgestattet. Im Idealfall arbeiten die beiden sehr gut zusammen, was aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass man sich zu 50 Prozent in beidem aufhalten muss. Man kann viel im Geist sein, ohne dass dies als Problem empfunden wird.
Das Gleichgewicht zwischen Ego und Geist ist nicht einfach zu definieren, da jeder Mensch ein einzigartiges Gleichgewicht hat. Die Ausgewogenheit zwischen Geist und Ego lässt sich besser erklären, wenn man von den Bedürfnissen ausgeht.
Jeder Mensch hat mindestens ein bestimmtes Talent. Einige haben sehr viele verschiedene Talente, andere weniger. Ob wir unser Talent nutzen, ist aber oft davon abhängig, ob wir das Bedürfnis haben, es auszuleben. Das Gleichgewicht zwischen Geist und Ego
kann also gestört werden, wenn einige Bedürfnisse zu wenig gelebt werden können.
Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Jemand besitzt ein kreatives Talent, dafür ist der Geist zuständig. Diese Person lebt ihr Talent aus, indem sie einer Arbeit nachgeht, die viel Kreativität fordert. Sagen wir einmal, sie entwirft Kleider. Bei dieser Tätigkeit stellt sie sich die Kleider zunächst vor und bringt sie dann als Entwürfe aufs Papier. Eines Tages entscheidet die Person sich, eine Ausbildung zu beginnen, um später ihre Entwürfe besser nähen zu können. Das Entwerfen selber gibt sie für diesen Zeitraum auf. Sie weiss, dass bessere Kenntnisse der Materialverarbeitung ihr zu besseren Entwürfen verhelfen können. Während der Ausbildung erlernt sie jeden Tag neue handwerklich-praktische Techniken. Dabei bemerkt sie, dass sie sich häufig nicht auf die Sache konzentrieren kann. Die Person träumt immer wieder vor sich hin, ist langsam und wird von Tag zu Tag nervöser.
Die Handlungsebene ist hier nicht das Problem, vorher hat sie sehr viel gezeichnet und ein wenig genäht (Ego), war aber genügend im Geist, während sie die Entwürfe entwickelt hat. Jetzt entwirft sie nicht mehr, sondern möchte wirklich die Handlungsebene vertiefen, aber ihr Geist weigert sich. Das Bedürfnis nach dem »im Geist sein« ist so gross, dass der Geist es einfach erzwingt, indem er  sich alleine aufmacht. Das bedeutet, die Person kann sich nicht auf ihre Arbeit konzentrieren, sie wird nervös.
Um zu verdeutlichen, was ich meine, habe ich hier ein einfaches Beispiel gewählt. In der Realität ist die Bedürfniserfüllung komplexer und bei jedem ein wenig anders gelagert. Weicht man aber sehr stark von der eigenen Bedürfniserfüllung ab, kann dies auch zu einem Empfinden von Routine oder Wiederholung führen, das sehr Kräfte raubend sein kann.

Ein Spaziergang in der Natur kann helfen

Es gibt natürlich viele Dinge, die man tun kann, um das Empfinden von Routine oder »Alltag« zu durchbrechen. Etwa ein Spaziergang in der Natur. Doch auch ein solcher reicht dafür manchmal nicht aus. Ein Spaziergang kann nämlich ebenso zur Gewohnheit werden. Ich möchte hier nun verschiedene Anregungen geben, um einen Spaziergang aussergewöhnlich werden zu lassen. Wieso geht man spazieren? In einem der Kurse, die ich gab, habe ich die Teilnehmer gefragt, warum sie in der freien Natur spazieren gehen. Das Thema des Kurstages war: »Glaubensstrukturen besser erkennen.

Weiterlesen in Heft Nummer 41

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