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Die Töne zum Verschwinden bringen

Aus der Praxis
Aus der Praxis

Die Töne zum Verschwinden bringen

Aus der Praxis

Ein neuer Ansatz zur Behandlung, Linderung und Heilung von Tinnitus. Die von Maria Holl entwickelte Methode ist inzwischen ein erprobter Weg, Menschen zu helfen, für die es keine Hilfe mehr geben sollte.

Die Geschichte der Tinnitus Atemtherapie (TAT) nach Holl beginnt für mich an dem Tag, an dem klar wurde, dass meine dreijährige Tochter in den Kindergarten gehen würde. Ich dachte mir, es wäre gut, wieder acht bis zehn Stunden mehr in der Woche arbeiten zu gehen. Ich fragte eine befreundete Therapeutin, ob sie mir einige Patienten überweisen könne. Sie empfahl mir, einen Hals-Nasen-Ohren Arzt anzurufen, der in ihrer Nähe praktizierte und mehrmals in der Woche Patienten zur Psychotherapie schicken würde, für die sie keinerlei Plätze mehr hätte.

Auf der Fahrt zu ihm überlegte ich mir, was ich mit meiner Kapazität als Psychotherapeutin mit einer Ausbildung in Bioenergetischer Analyse, mit meiner langjährigen Praxis der achtsamkeitsbasierten inneren Übungen, die ihren Ursprung in der traditionellen chinesischen Medizin haben, und meiner Erfahrung in der Arbeit mit einzelnen Klienten und Gruppen für eine grosse bereits etablierte Praxis wohl noch tun könnte? Bevor ich mit ihm sprach, kam ich zu dem Schluss, dass es nur Kurse für die Patienten sein konnten.

Es war ein Arzt, der ein grosses Wissen über die Psyche und über die Besonderheit seine Tinnitus-Betroffenen hatte. Ich erfuhr im Gespräch, dass Tinnitus-Betroffene neben ihrem Geräusch oft sehr perfektionistisch, gut ausgebildet und sehr sozial sind. Nachdem er mir einige diagnostische Hilfsmittel an die Hand gegeben hatte, versprach ich ihm, in 14 Tagen ein Konzept für eine Tinnitus Behandlungs-Gruppe zu erstellen.

Neue Therapien nur durch neues Denken.

Als aller erstes befreite ich mich von dem Gedanken, dass es nichts gibt, was Tinnitus-Betroffenen hilft und das die Töne senken könnte, weil man den Tinnitus meist nur als chronisch bezeichnet. Mir war klar, dass ich nur eine neue Therapie entwickeln würde, wenn ich wie ein Forscher nicht an alten Ideen und Glaubenssätzen festhalten würde. Ich wusste aus meiner Praxis, dass die Kombination von drei verschiedenen Methoden, bestehend aus leichter  Gymnastik, Selbstmassage und inneren Übungen aus der traditionellen chinesischen Medizin sehr effektiv war. Der Kurs sollte acht Abende dauern und in 14-tägigem Rhythmus stattfinden. Ich wählte einen 14-tägigen Abstand,
damit die Betroffenen zwischen den Abenden genügend Zeit zum Üben hatten. Aus meiner Erfahrung war mir klar, dass es schwierig ist, den inneren Widerstand zu überwinden und aus dem guten Vorsatz, 5 Minuten zu üben, auch wirklich eine Tat werden zu lassen. Aus diesem Grund plante ich, dass jeder Kursteilnehmer einen persönlichen Coach erhält, mit dem er einmal wöchentlich über sein Leben spricht. Es ist wichtig, einen Partner zu haben, der das Symptom versteht und einem hilft, wirklich regelmässig jeden Tag zu üben.

Wir besprachen mein Konzept, und der Arzt sagte: »Wir machen das ganz einfach – ich rufe in dem Krankenhaus an, in dem ich operiere, und werde mit dem Chef ausmachen, dass wir den Kurs in deren Bildungswerk veranstalten.« Wir nannten den Kurs Tinnitus- Atemtherapie (TAT) nach Holl.

Erster Kurs – erste Erfolge

Innerhalb von vier Wochen fand der erste Kurs mit 15 Menschen statt, die zwischen 17 und 84 Jahren waren. Einige von ihnen hatten seit drei Wochen Tinnitus, andere seit 20 Jahren. Es war also eine total gemischte Gruppe. Ab der dritten Sitzung unseres Trainings hatten wir die ersten Ergebnisse: ein 84-jähriger Teilnehmer schlief wieder besser, das junge Mädchen im Alter von 17 Jahren hatte so gut wie überhaupt keine Töne mehr, ein Teil der anderen  Teilnehmer war wesentlich ruhiger. Die Töne der meisten Betroffenen veränderten die Frequenzen und waren damit besser auszuhalten.Ein Teil konnte die Töne sogar komplett ausblenden.

Der Verlauf des Trainings war einfach unglaublich. Der HNO-Arzt, auf dessen Initiation ich diesen Kurs entwickelt hatte, besass einen ausgesprochen guten Ruf und war seit Jahren Gutachter für Krankenkassen. So geschah in meinen Augen das nächste Wunder: Bis auf eine Krankenkasse finanzierten alle Krankenkassen unseren Kurs. Ungefähr zweieinhalb Jahre konnten die Betroffenen sich das Training rechtlich einwandfrei bezahlen lassen. Danach  kam eine Kassenreform in Deutschland und Gesundheits- und Präventionskurse dieser Art wurden nicht mehr finanziert.

Buch als Brücke zu neuen Kursen

Ich sah zunächst keinerlei Möglichkeit, die erfolgreichen Kurse weiter durchzuführen. An dieser Stelle wurde mein Ehemann Walter aktiv: Er bat mich, ein Buch über diese kraftvolle Therapie zu schreiben, damit dieses wertvolle Wissen nicht verloren gehen würde. Mein Mann organisierte für mich eine Ko-Autorin, und diese sagte: »Schick mir ein Kapitel und ich schau nach, ob du schreiben kannst.« Dazu konnte ich mich trotz meiner grossen Zweifel an meinen Schreibfähigkeiten überwinden. Ihr Urteil: »Du schreibst einfach super«, konnte ich zunächst nicht glauben. Nun kam der nächste Schritt: Ein Exposé herzustellen und damit über die Buchmesse in Frankfurt zu laufen. Der erste Buchverlag, dem ich mein Buch gab, wollte es verlegen – das war das nächste Wunder. Ich schrieb also mein erstes Buch.

Dann passierte erneut ein kleines Wunder. Mein Mann stellte eine Frau extra für die PR für mein Buch ein und die sagte: »Ich bring Dich zu Fliege.« Die Mitarbeiterin hielt ihr Wort und es gelang ihr, mich in die Talkshow zu bringen. Das Ergebnis war unglaublich. Danach wurden rund 25’000 Bücher verkauft – und die Tinnitus- Atemtherapie war plötzlich bekannt. Was brauchten wir noch? Krankenkassen, die wieder die Therapie bezahlten. Ich besuchte mit einer befreundeten Handwerksgattin eine Krankenkasse, sprach mit dem leitenden Herrn, der genau so etwas suchte wie das, was ich gerade im Augenblick machte und innerhalb weniger Wochen hatten wir die erste gesetzliche Krankenkasse, die sowohl die Kurse wie die Einzelstunden bezahlte.

TAT-Studie: Tinnitus lässt sich erfolgreich behandeln

Aber immer noch glaubte so gut wie keiner, dass die Betroffenen durch die Therapie wirklich die Töne senken können. Da kamen wir auf die Idee einer Studie. Eine Krankenkasse hatte eine erste Studie durchgeführt, und es war klar, dass 80 % der Probanden die Töne senken konnten. Jetzt brauchten wir noch eine wissenschaftlich anerkannte, randomisierte Studie, eine Studie mit einer Vergleichsgruppe. Einer meiner Patienten stellte den Kontakt zum Tinnitus Zentrum in Regensburg her. Überraschend meinten sie dort: »Wir untersuchen ihre Tinnitus Atemtherapie! « Eine junge Frau würde eine Doktorarbeit darüber schreiben und veröffentlichen. Gesagt, getan. Die Studie wurde durchgeführt und bestätigte, dass 88% der Teilnehmer nach neun Wochen eine signifikante Verbesserung bei ihrem Tinnitus hatten. Auch die Nebenerscheinungen wie depressive Verstimmungen, Schlafstörungen und Ängste
verbesserten sich gravierend.

Meine Bücher wurden in Englisch, Französisch, Italienisch, Holländisch und Ungarisch übersetzt. »Tinnitus lindern« gibt es sogar in Blindenschrift. Mittlerweile erschien ein zweites Buch über die Tinnitus Atemtherapie; es gibt CDs  und inzwischen auch einen Online-Kurs, den »Tinnitus Coach«, um Betroffenen die Möglichkeit zu geben, ihren Tinnitus zu bewältigen, ohne aus dem Haus gehen zu müssen und ohne einen weiteren Termin zu haben. Und nun
komme ich auf Einladung auch in die Schweiz, worauf ich mich schon sehr freue.

Maria Holl

Wochenend-Kurs in St. Gallen am 23./24. Januar 2014 und 27./28. Februar 2016

Kontakt:
Praxis Maria Holl
Klemensstrasse 3, D-52074 Aachen
Tel. +49 (0)241 513850 (Di–Do 9.00–12.00 Uhr)
info@maria-holl.de
www.maria-holl.de, www.tinnitus-coach.eu

Heilen heute-Seminar in TAT in St. Gallen (geänderte Kursdaten):
Termine: 23./24. Januar 2016
Infos und Anmeldung: »Heilen heute«, Federerstrasse 32,
9008 St. Gallen, Tel. 071 244 84 66, info@heilenheute.com
(Anmeldung bitte schriftlich)
Es gibt auch die Möglichkeit zu Einzelstunden jeweils freitags vor den Kursen (Anmeldung hierfür direkt in der Praxis Holl).

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