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Begegnung mit der inneren Dunkelheit - Yoga bei Depression

Wege zur Heilung
Wege zur Heilung

Begegnung mit der inneren Dunkelheit - Yoga bei Depression

Wege zur Heilung

Gerade in der heutigen leistungsorientierten Zeit geht es primär um Prozess- und Leistungsoptimierung. Den ganzen Tag verbringen wir mit einem Berg nie endender Arbeit. Die Hetze von Termin zu Termin und der Anspruch von Aussen, immer perfekt, leistungsfähig und gesund zu sein, bestimmen unser Leben. Nicht nur bei der Arbeit sind wir einem ständigen Druck ausgesetzt, oft machen wir in unserer Freizeit damit auch noch weiter.  Was passiert nun, wenn sich diese Belastungen zu einer omnipräsenten Angst- und Drucksituation aufbauen und uns immer mehr in eine Hoffnungslosigkeit absinken lässt, es vielleicht nie zu schaffen?

Wenn dann noch ernsthafte Lebens- und Sinnkrisen aufgrund von  Krankheit, finanziellen Belastungen, beruflichen Problemen und andauernder Überarbeitung zusammen kommen, können weder Körper noch Geist auftanken und reagieren mit verschiedensten Symptomen. Eine  Auswirkung von vor allem psychosozialem Stress zeigt die Zunahme an depressiven Verstimmungen und Depressionen in unserer Gesellschaft.

An dieser Stelle möchte ich speziell auf jene Fälle der  echten Depression eingehen (reaktive Depression), die man abgrenzt von der depressiven Verstimmung. Heute ist bekannt, dass eine reaktive Depression entsteht, wenn die  neurochemischen Prozesse der Botenstoffe im Gehirn gestört sind. Vor allem bei Mangel an Serotonin und dessen Vorstufe, die direkt auf unsere Stimmungslage wirken. Zusätzlich findet keine korrekte Rückkoppelung zur Stress- und Schmerzreduktion mehr statt, und das »Belohnungssystem unseres Gehirns« kann nicht mehr richtig angesteuert werden. Bei einer diagnostizierten reaktiven Depression werden zunehmend Stresshormone ausgeschüttet, die jedoch vom Körper nicht mehr normal abgebaut werden können. Daraus ergibt sich ein Ungleichgewicht, das sich in erhöhter Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung, erhöhte Schmerzempfindlichkeit und fehlende Gelassenheit zeigen kann. Es kann auch eine emotionale Instabilität entstehen, die sich in Angstzuständen, Trauer und Aggressivität zeigt.

Die Wirksamkeit von Yoga, Meditation und Achtsamkeitstraining auf die Veränderung der Hirnstruktur (Neuroplastizität) ist inzwischen gut erforscht worden. Gerade in solchen Fällen wird begleitend zur ärztlichmedikamentösen Behandlung ein Behandlungskonzept gefördert, das einen Zugang zur Psyche auf andere Weise findet.

Fallbeispiel

Eine 30-jährige Patientin leidet seit ihrer Kindheit an Depression. Bereits in ihrer Jugend wurde diese diagnostiziert und seither intensiv medikamentös und psychotherapeutisch behandelt. Es folgten mehrere Aufenthalte in Kliniken und Arbeitsförderungsprogrammen, jedoch nur mit Teilerfolgen. Die Krankheit machte es ihr schliesslich unmöglich, ihrem erlernten Beruf weiterhin nachzugehen. Es folgte ein Zusammenbruch. Aufgrund der Lebenssituation zeigten sich bei ihr natürlich extreme Existenzängste, Selbstverletzungsmechanismen und eine Sozialphobie. Sie kam mit der Bitte auf mich zu, einerseits am Umgang mit ihrer Krankheit zu arbeiten und zeitgleich ihr zu helfen, gemeinsam
eine Zukunftsperspektive zu entwickeln, die ihr zusagt.

Achtsamkeitspraxis und das Schaffen von Körperbewusstsein waren Hauptpfeiler in meinem Behandlungskonzept. Geführte Meditationen, aber auch einfache Meditationstechniken, um den Geist zu beruhigen
und die Gedankenmuster erkennen zu lernen. So fragt sie sich: Wo erkenne ich meinen Gedanken? In welcher Situation taucht er auf und welcher Regel folgt er? Was kann ich tun, um mich nicht mit diesem Gedanken zu  identifizieren? Zusätzlich mit Atemübungen, die überall einfach durchgeführt werden können, stellten wir ein »Notfall-Programm« zusammen, welches sie selbstständig anwendete.

Körperliche Bewegung ist auch ein wichtiger Faktor. Im Yoga dreht sich alles um den Prana-Fluss (Lebensenergie).  Wenn der Körper keine Blockaden mehr aufzeigt und im Fluss ist, wirken diese Übungen gezielt auf die mentale Struktur und reduzieren nicht nur Stress, sondern wirken auch stimmungsaufhellend.  Diese bewegte, fliessende Form von Yoga hilft, in einen freudigen, gelassenen und meditativen Zustand zu kommen.

Weiterlesen im Heft Nummer 36

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