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Nordafrikanischer Schamanismus - das heilige Schweigen

Wege zur Heilung
Wege zur Heilung

Nordafrikanischer Schamanismus - das heilige Schweigen

Wege zur Heilung

Exklusiv für »Heilen heute« teilt Ilham Hanae Trojahn zum ersten Mal das Wissen ihrer Vorfahren in schriftlicher Form. Geprägt und initiiert durch ihren marokkanischen Grossvater, praktiziert sie heute als Shrifa – ähnlich einer Schamanin – und ist besorgt um Ausgleich und damit Heilsein von Mensch, Tier und Natur. In ihrem Beitrag lernen wir die Herkunft und Grundlagen ihrer Tradition kennen und sie lässt uns mit einer Übung praktisch daran teilhaben.

Ich begebe mich mit einem etwas unsicheren Gefühl an die Aufgabe, diesen Text zu schreiben, da wir bis heute mit diesem Wissen noch nie an die Öffentlichkeit gegangen sind. Doch gleichzeitig habe ich auch Hoffnung und Freude, Dich1 daran teilhaben zu lassen. Ich übermittle im Folgenden nur das geistige Gut meines Vorfahren El Majdoub2 und dasjenige meines Grossvaters El Mejdoubi.

Mein Grossvater hat sein ganzes Leben seiner Suche nach der reinen, grundlegenden Wahrheit geweiht. Ich bin dankbar, dass ich dieses Wissen übermitteln darf, so dass es nicht verloren geht. Doch ich bin nur eine Übermittlerin, ich zeige Dir nur den Weg dorthin. Die Wahrheit ist der reine rote Faden, der sich durch die Religionen der Menschheit zieht, sie gehört allen und niemandem zugleich.
Grossvater El Mejdoubis wahre Leidenschaft galt nicht der materiellen, sondern der geistigen Welt. Er pflegte schon eine intensive Verbindung mit der Welt der Natur und des Geistes, als er um zwölf Jahre alt war. Und bereits im Alter von 15 Jahren galt er als Weiser und Schamane, und es kamen viele Menschen zu ihm, um sich mit Kräuterarzneien heilen zu lassen. Schon die blosse Erwähnung seines Namens liess in den Dörfern und Nachbarstädten Ehrfurcht aufkommen, obwohl Grossvater persönlich nichts dazu tat.

Die alten Traditionen bewahren und weiterführen

Mit knapp zwanzig Jahren verliess El Mejdoubi seine Heimat. In einer Reihe von Visionen und Träumen erhielt er schon als Kind die Weisung, so viel wie möglich zu lernen, die alten Traditionen zu bewahren. Seine Kenntnis über die spirituelle Weisheit versetzte selbst diejenigen Ältesten in Erstaunen, die sich am fortschrittlichsten wähnten. Viele von ihnen glaubten, dass mein Grossvater eine ganz besondere Gabe von der höheren Macht erhalten habe und gewöhnlichen Menschen weit überlegen sei. Nur er selbst war auch hier anderer Ansicht, denn er tat nichts, was andere Menschen nicht auch konnten. Er blieb immer bescheiden, spirituelle  Überheblichkeit lag ihm fern. Vor allem seine Vision führte ihn zur spirituellen Weisheit. Er sollte sich bemühen, über alle Glaubensvorstellungen, die es gab, so viel wie möglich zu lernen, den roten Faden darin zu entdecken und dieses Wissen dann zu vereinfachen. Er sollte nach der reinen Wahrheit suchen, die all dem zugrunde lag.

Als seine Nachfolgerin haben mich die »Spirits« unserer Vorfahren auserwählt und ich habe ebenso die Aufgabe, Visionen und Träume zu verfolgen und zu übermitteln sowie dieses Wissen zu wahren und die Tradition weiterzuführen. So kann ich Dir lediglich das Werkzeug in die Hand geben, das Du benötigst, um etwas zu lernen, alles andere liegt in Deiner Hand. Deshalb solltest Du schlichtweg darauf vertrauen, dass diese Dinge einfach für jeden Menschen erreichbar sind. Sie sind Dein Geburtsrecht, ein Geschenk Deines Schöpfers. Das erste Werkzeug ist die Wahrheit unseres spirituellen Geistes und Körpers. Grossvater lehrte, dass der Mensch ein Dualismus sei, halb Fleisch, halb Geist. Er behauptete, dass alles, was wir in der Welt des Fleisches tun, bisher auch in der Welt des Geistes taten und umgekehrt. Und wies darauf hin, dass unser physischer Verstand zwar unser grösster Feind ist, zugleich aber auch unser grösster Verbündeter. Nur der übermässig ausgebildete, physische Geist (der Verstand, das Ego) versperrt uns den Blick auf den spirituellen Geist. Grossvater wollte den Verstand nicht zerstören, er wollte den spirituellen Geist lediglich zu gleichem Rang verhelfen. Unser physischer Geist hilft uns, ein Teil eines Mediums zu werden, das uns zur Macht des Geistes hinführt. Mein Grossvater lehrte, dass die Meditation des Heiligen Schweigens der Grundstein ist.

Mit Meditation zu spirituellem Bewusstsein

Durch Meditation kann der Mensch zu spirituellem Bewusstsein gelangen. Doch in der heutigen Zeit ist die Meditation zu einem Endzustand geworden. Das, was Grossvater lieber als Heiliges Schweigen bezeichnete, ist eigentlich nur eine Brücke, ein Medium, das Bewusstsein von Natur und Geist. Und es ist ebenso eine Methode, Körper und Verstand hintenan zu setzen und einen Kommunikationskanal zu eröffnen. Heute muss die Meditation etwas Dynamisches sein, dass man jederzeit praktizieren kann, unabhängig davon, was man gerade tut. Sie muss sich auch reihenlos praktizieren lassen, so dass ein Mensch, der spirituell auf der Suche ist, sich jederzeit in jede beliebige Welt hineinversetzen  kann. Die Sicht nach Innen ist die Stimme der Natur, des Geistes, ja sogar des Grossen Geistes. 

Weiterlesen im Heft Nummer 37

 

Kontakt und Information:
Ilham Hanae Trojahn, www.hoffman-institut.ch

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