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Zeit und Glaubensstrukturen

Workshop von Anouk Claes
Workshop von Anouk Claes

Zeit und Glaubensstrukturen

Workshop von Anouk Claes

In ihrem Beitrag betrachtet Anouk Claes die Zeit aus den Perspektiven von Geist, Ego, Gefühl und Reptilienhirn im Zusammenhang mit Glaubensstrukturen. Sie gibt Anleitung, wie wir häufige Probleme erkennen und lösen können.

In diesem Artikel möchte ich verdeutlichen, welchen Einfluss Glaubensstrukturen auf uns haben können. Eine Glaubensstruktur – also eine Annahme oder  eine Überzeugung oder ein Glaube an etwas – betrifft den nicht materiellen Bereich. Ich ordne diese dem Geist  zu. Es geht hier dabei aber nicht darum,  ob solche Glaubensstrukturen wahr oder nicht wahr sind, sondern vielmehr, wie uns diese Glaubensstrukturen beeinflussen. Und auch darum, wie einen die eigenen Glaubensstrukturen im Vergleich zu jenen anderer Menschen in unserer Umgebung beeinflussen. Um diesen Einfluss offenzulegen, wählte ich das Thema »Zeit«. Ich werde also verschiedene Glaubensstrukturen, die die Zeit betreffen, erläutern. Insbesondere zeige ich dabei den Umgang mit Ego, Geist und Reptilienhirn (dem  ältesten Teil unseres Gehirns, der sich immer noch wie in der Steinzeit verhält) im Zusammenhang mit diesen  Glaubensstrukturen. Es ist nicht einfach, zwischen diesen Instanzen ein inneres Gleichgewicht zu finden, auch weil sie so unterschiedlich auf Dinge reagieren.

Zeit – unser ständiger Begleiter

Die Zeit begleitet jeden von uns. Sie spiegelt sich wider in Sätzen und Worten wie: Zeit haben für sich selbst; sich Zeit nehmen für andere; Ferienzeit; Arbeitszeit; Auszeit… Und auch im Bezug auf das Leben selbst: die Zeit der Jugend; die Zeit, in der man älter wird;  Vorsorge fürs Alter treffen usw. Im Alltag müssen wir oft warten oder Geduld haben, auch das ist an Zeit gebunden. Ebenso müssen wir einteilen: wieviel Zeit benötige ich für gewisse Dinge; wie lange dauert es, etwas zu lernen oder zu verstehen.

Zeit kann sich auch recht unterschiedlich anfühlen, das hängt meist von der Gefühlsebene ab. Wenn man von etwas begeistert ist, vergeht die Zeit wie im Flug. Langweilt man sich, werden Minuten zu Stunden. Wir fragen uns: Wie gehe ich richtig mit meiner Zeit um? Was sind wertvolle Stunden und was vergeudete Stunden? Als Kind lernen wir schon sehr früh, was als sinnvolle Beschäftigung gilt und womit man Zeit verplempert. Und schiesslich haben wir auch noch Ideen, mit was wir unsere Zeit verbringen möchten, und das deckt sich nicht immer mit der Meinung der anderen Menschen. Aber was passiert dann? Hier entsteht oft einen Kampf zwischen Ego und Reptilienhirn. Das Reptilienhirn ist zuständig für unser physisches Überleben, das und nur das steht im Vordergrund. Wie es uns dabei emotional geht, interessiert es nicht. Solange wir am Leben bleiben, ist für das Reptilienhirn alles in Ordnung.

Damit wir überleben, brauchen wir aus seiner Sicht die »Herde« oder eine Gruppe von anderen Menschen. Wir sollten  uns dem anpassen, was die Gruppe macht, denn sonst besteht die Gefahr, dass wir ausgeschlossen werden und alleine sind. Und das wiederum  bedroht, aus Sicht des Reptilienhirns, unser Leben. Daraus resultieren Existenzängste oder eine andere unangenehme Reaktion des Reptilienhirns.

Warum wir trotz Urlaub wie gelähmt sein können

Am Beispiel der Sommerferien lässt sich das gut erklären. Die meisten Menschen denken, dass es gut sei, Urlaub zu machen. Was passiert aber, wenn man sich entscheidet, nicht zu verreisen oder zu einer anderen Zeit Ferien zu nehmen als die Masse? Was  passiert, wenn man in dieser Zeit einfach zu Hause bleibt und ein persönliches Ziel verfolgt? Das gilt nicht nur für die Sommerferien, sondern auch für alle anderen Zeiten, in denen alle in etwa das Gleiche tun, so etwa auch für die Wochenenden.

Haben Sie es schon erlebt, dass Sie, obwohl Sie zuhause blieben, mit etwas doch nicht so vorwärts kamen, wie Sie es sich wünschten? Und dass Sie sich deswegen irgendwie gelähmt oder müde fühlten? Warum ist das  so? Ego und Reptilienhirn haben einen Konflikt, und die Folge ist diese Art der Erschöpfung. Das Ego ist auf niemanden angewiesen. Es repräsentiert die Handlungsebene, und diese Ebene funktioniert alleine, ausser man hat körperliche Schwierigkeiten, dann braucht man Hilfe. Das Reptilienhirn sorgt dafür,  dass man  sich in Sicherheit fühlt. Erst dann kann man in Ruhe  mit dem Ego seine persönlichen Ziele verfolgen.

Wenn nun das Reptilienhirn registriert, dass Sie etwas  vorhaben, was stark von den generellen Glaubensstrukturen abweicht, zum Beispiel wie erwähnt, in der Ferienzeit zuhause zu bleiben oder zu arbeiten statt zu verreisen, kann es sein, dass Sie deshalb in den  Ferien nichts so hinbekommen, wie Sie sich das wünschen würden. Obwohl Sie genügend Zeit haben, fühlen Sie sich blockiert oder schlichtweg müde – und verstehen nicht, wieso. Dieses Phänomen kann man auch an Wochenenden beobachten. Das Reptilienhirn  registriert, dass Sie etwas tun, was Ihre Akzeptanz in der Gruppe gefährdet. Es wird also versuchen, Sie daran zu hindern, um Ihre »Überlebungschancen« zu erhöhen. Es kann Sie lähmen,  dann sind Sie einfach zu müde, um das Ziel des Egos zu verfolgen, oder es kann den Fluchtreflex aktivieren, dann sind Sie unruhig, oder es kann in den Angriffsmodus gehen, dann sind Sie irgendwie dünnhäutig  oder leicht reizbar. Meistens sind die Reaktionen nicht besonders stark, aber trotzdem bringen sie die Pläne, die Sie haben, doch  ziemlich durcheinander.

Weiterlesen in Heft Nummer 38

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