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Der Weg des Yin

Wege zur Heilung
Wege zur Heilung

Der Weg des Yin

Wege zur Heilung

Hingabe, Empfindsamkeit, Mitgefühl – in unserer rationalen und effizienten Welt bleiben weibliche Qualitäten oft ungelebt. Wie wir unser Leben verändern und gestalten können, um diese Yin-Qualitäten zu fördern, veranschaulicht die Tiroler Bewusstseinstrainerin Daniela Hutter in diesem Beitrag anhand Ihres eigenen Weges.

»Braucht es eine neue Weiblichkeit?« – »Und wenn ja, warum?« – Diese Fragen werden mir immer wieder gestellt. Denn eigentlich und scheinbar ist unser aller Leben soweit doch ganz in Ordnung. Dem stimme ich zu. Oberflächlich betrachtet, können wir zufrieden sein. Warum sind wir (und damit richte ich mich sehr an die Leserin) es dann doch nicht? Aus meinem eigenen Michspüren und der Erfahrung in meiner Arbeit mit Klienten und Seminarteilnehmerinnen weiss ich um die Not der Frauen. Viele spüren eine grosse innere
Leere in sich. Viele Frauen sind erschöpft. Viele Frauen tragen grosse Ängste  in sich, die sie daran hindern, dem Leben normal zu begegnen. Zu wenig Energie, körperliche Beschwerden, Krankheiten, Depression finden ihre Ursache immer wieder in der Not der Seele.  Und bei Frauen drückt es sich darin aus, dass sie sich von ihrer inneren Essenz getrennt fühlen, das eigentliche Selbst nicht leben. Sie fühlen sich vom Leben, dem Umfeld und unbewussten Mechanismen fremdbestimmt und ferngesteuert. So sage ich an dieser Stelle: Ja, es braucht ein neues Bewusstsein für die Frau. Die Zeitqualität unterstützt uns darin: Erwachen und Transformation sind Kräfte, die uns bewegen und Veränderung unterstützen.

Hin zu einem neuen Verständnis für das FrauSein

Mir selbst war es mein eigenes (er)Leben, das mich hin zu einem neuen Verständnis für das FrauSein führte. Lange Zeit waren mein Alltag und mein Leben sehr von Struktur, Ordnung und Systematik geprägt.Meine Bedürfnisse danach waren zugleich meine Talente und Fähigkeiten, diese Qualitäten in meinen Alltag zu bringen, in meinem Beruf zu nützen und in Organisationen zu integrieren. Dafür wurde ich als Person von anderen und mir selbst gleichermassen sehr geschätzt. Das sind Aspekte des Yang. Es verwundert daher nicht,  dass ich auch meine Vorlieben so ausrichtete und all mein Wissen und meine Techniken in Systemen von Yang gefunden habe. Ausbildungen und Kurse, die Wissen und Werkzeug vermittelten, das mir direkte Anleitung zur Umsetzung gereicht hat, waren mir dabei vorrangig, nützlich und dienlich. Diesem Muster  folgte ich in allen Aspekten meines Lebens: auch privates Interesse war ähnlich ausgerichtet. Seminarleiter, Lehrer, Ärzte, Therapeuten zeigten sich in einer vergleichbaren Persönlichkeit.

Mit dem erwachenden Bewusstsein für das Yin und die weibliche Essenz, hin zu mir selbst, erkannte ich auch, wie wenig Raum ich den Qualitäten des Yin in meinem Leben einräumte. Ich plante und prüfte akribisch, statt mich dem Flow anzuvertrauen. Ich analysierte und diskutierte gewissenhaft, statt mich der Intuition zu öffnen. Ich  kontrollierte penibel, statt mich dem Vertrauen hinzugeben. Aha-Momente wie diese offenbarten sich mir viele. So galt es, die Richtung zu ändern und Platz für Neues zu schaffen. Ich wollte mein Leben nach Yin ausrichten. In meinem beruflichen Umfeld als Geschäftsführerin, geprägt von Zahlen und Analysen, war dies zunächst nicht so einfach. So begann ich direkt bei mir, meinem Verhalten, meiner Freizeit und den privaten Bereichen.

Damit kam ich bald in meiner spirituellen Praxis an. Ich hatte über die Jahre viel gelernt, geübt – doch merkte ich jetzt, dass der Mann als Lehrer einen bestimmten Einfluss auf mich hatte. Es war, als ob diese Energie in mir wohl Anklang fand, und zugleich auch eine Barriere darstellte, die lautet: »bis hierher und nicht weiter«. Meine innerste Essenz schien sich verschlossen zu halten wie eine »geheime Kammer«. Wohlbehütet und scheinbar unerreichbar, auch von mir selbst. Zugleich wurde mir bewusst, dass ich mir diese innerste Essenz nur aus dem Inneren selbst eröffnen konnte. Sie zeigte sich mir als geschlossene Blüte, die von sich aus erblühen möchte.

Die Weiblichkeit entwickelt sich aus dem Innen

Zarte Pflänzlein wollen genährt werden. Knospen wollen gehegt und gepflegt werden, damit sie dann zum rechten Zeitpunkt erblühen können. So nährte ich fortan mit meinem alltäglich Sein und Tun die weiblichen Qualitäten, indem ich sie nützte. Ich wählte weibliche Aspekte, dort wo es machbar war, und umgab mich mit dem Feld von Yin so oft wie möglich. Meine innere Frau wurde lebendig und eine neue Kraft erwachte in mir. Das Wort »Magie« beschreibt den Prozess wohl am besten, der sich offenbarte als ein »WerdenWerden« der Weiblichkeit, die sich aus dem Innen entwickelte, sich neuen Raum in meinem Sein kreierte und mich mehr und mehr ganz einnahm. Ich (er)lebte mich fortan vollkommen neu, und fühlte mich auch so: vollkommen und ganz eins mit mir.

Das brachte Wandel mit sich. Mein Lebensraum gestaltete sich anders. Weicher, sanfter, gelassener. Mein Verstand lernte zu dienen, indem er dem Herzen und der Intuition folgte. Mein Leben wandelte sich von Wege zur Heilung »Der weibliche Weg ist stets auch ein Weg des geheilten Herzens.« Kampf und Krampf hin zu einem Tanz, immer mehr. Mit dem Wandel kamen auch neue Inspirationsquellen in mein Leben. Ich suchte sie nicht. Das Leben brachte sie von selbst. Da waren Frauen, von denen ich lernen durfte. Deren  Weisheit ist mir Schatz geworden. Da waren auch Frauen, die mich als Begleitung gewählt haben, denen ich meine Erfahrungen weitergeben durfte. Es bildete sich, beinahe unmerklich, dennoch stark, ein neuer Kreis in meinem Leben – Frauenkreis(e). Kreise, die sich wie Ringe sanft über mein Leben legten. Begegnungen erfuhr ich allesamt auf Augenhöhe. Die Zeit des Guru, zu dem man aufschaut, des Lehrers, der herabschaut, scheint vorbei. Der Monolog des einen Wissenden weicht dem Dialog und dem Austausch, von Frau zu Frau, von Herz zu Herz im gemeinsamen Sein.

Und diese Kreise haben mir mein Herz geöffnet, die innerste Kammer öffnete sich wie eine kostbare Blüte. Das »bis hierher und nicht weiter« hat sich aufgelöst. Der weibliche Weg ist stets auch ein Weg des geheilten Herzens und offenbart sich im Öffnen, hin zu den
Menschen, hin zur Liebe.

Weiterlesen im Heft Nummer 39

Zur Autorin
Daniela Hutter ist Bewusstseinstrainerin und Expertin für weibliche Spiritualität. Sie ermutigt Frauen dazu, mit ihrer wahren Weiblichkeit in Kontakt zu kommen und mutig den eigenen Weg zu gehen. Ihr Wissen gibt die Autorin in Coachings, Seminaren, Blogs,  Zeitschriftenartikeln und Büchern weiter. Sie führt mit ihrem Mann eine Druckerei und lebt mit ihrer Familie in St.Johann/Tirol.

Kontakt
www.danielahutter.com,
info@danielahutter.com

Buchtipp
Daniela Hutter, Das Yin Prinzip – Entdecke deine weibliche Essenz, Goldmann, ISBN 978-3-442-22168-4, CHF 12.50/8,99 Euro

Veranstaltungen zum Yin-Prinzip
19.10.2016, Rosenheim (Vortrag)
29./30.10.2016, Hamburg (Vortrag/Tagesseminar)
03.11.2016, Zürich (Tagesseminar)
07.11.2016, Feldkirch (Abendworkshop)
12.11.2016, Stuttgart (Tagesseminar)
24.11.2016, Schärding (Abendworkshop)
25.11.2016, Linz (Tagesseminar)

Print Ausgabe: 
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