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Diabetes: Fleur – zuverlässige Warnerin

Mensch und Tier
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Diabetes: Fleur – zuverlässige Warnerin

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Diabetikerwarnhunde sind Assistenzhunde, die eingesetzt werden, um gefährliche Veränderungen des Blutzuckerspiegels bei Diabetikern wahrzunehmen und durch erlerntes Verhalten anzuzeigen. Christine Gerber besuchte die Diabetikerin Daniela Wüthrich und liess sich die Zusammenarbeit von Hund und Mensch erklären und zeigen.

Klingelt man bei der Familie Wüthrich an der Türe, ertönt sofort Hundegebell. Kurz darauf schnüffelt eine lange Hundenase durch die Katzentüre. Es ist die von Hündin Fleur, der ausgebildeten Diabetikerwarnhündin. Sie möge es nicht, wenn man zu schnell auf sie zugeht, lasse ich mir sagen. Also begrüsse ich die zweite Hündin im tierfreundlichen Haus, wo auch fünf Katzen wohnen. Hündin Fleur ist aber neugierig und schon sehr bald nähert sie sich und riecht an mir.
Die Fähigkeiten eben dieser Nase sind für Daniela Wüthrich lebenswichtig. Mit 35 Jahren wurde ihr die Blutzuckerkrankheit Diabetes Typ1 diagnostiziert und sie braucht künstliches Insulin. Wann dies der Fall ist, zeigt ihr Fleur durch eine deutliche Anzeige – sie bellt, und dies mehrmals täglich! Bei einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) hat Wüthrich eine andere geruchliche Ausdünstung, die Fleur, die genau darauf trainiert wurde, wahrnimmt und anzeigt.

Hundertprozentige Verlässlichkeit

In Zusammenarbeit mit dem Assistenzhundezentrum Schweiz wurde Fleur dafür ausgebildet. Zuerst musste sie den Geruch von Daniela Wüthrich bei einer Unterzuckerung kennenlernen. Dafür wurde ein Stück Stoff »präpariert«, das sie in diesem Zustand auf dem Körper trug. Damit wurde gearbeitet – spielerisch und immer mit Belohnung. Mit der Zeit wurden die Bedingungen für Fleur schwieriger. Sie musste lernen zum Beispiel auch im Einkaufszentrum oder im Tierpark fähig zu sein, sich auf diesen bestimmten Geruch zu fokussieren und den Zustand wahrzunehmen, sobald er auftritt. Heute sei dies kein Problem, auch nicht bei einem Raclette-Anlass oder ähnlichem, wird mir erzählt.
Die Hündin war sieben Monate alt, als sie die Ausbildung begann. Daniela Wüthrich, die sich früher regelmässig in die Finger stechen musste, verlässt sich heute zu 100% auf sie. Jetzt wird für eine allfällige Massnahme nach Fleurs Anzeige nur noch kontrolliert, ob der Blutzuckerspiegel steigt oder sinkt. Möglich ist dies mit einem Gerät, dessen Sensor den Gewebeglukosewert misst. »Fleur zeigt mir eine Veränderung aber bereits dann an, wenn ich den neuen Wert noch gar nicht messen kann«, meint Wüthrich. Für sie eine unverzichtbare Hilfe im Alltag.
Die heute dreijährige Fleur kann aber nicht nur Schwankungen des Blutzuckerspiegels erfassen und anzeigen, sie bringt bei Bedarf auch gleich die Tasche mit Messgerät und Insulin. Ebenfalls kann sie den im Haus angebrachten Notfallknopf betätigen, falls Daniela Wüthrich einmal Unterstützung bräuchte. Wenn es auf einen Notfall keine Reaktion gäbe, würde Fleur aktiv ein Familienmitglied holen. Die Beziehung von Wüthrich zu ihrer Hündin ist sehr eng. »Niemand anderes ist immer bei mir«, erklärt die Hundeführerin.
Um Fleur vor Dauerbelastung zu schützen, ist diese in der Nacht von ihrer Aufgabe befreit. Im Fall einer benötigten Hilfeleistung ist dann der Ehemann in der Nähe. Das heisst jedoch nicht, dass Fleur in der Nacht den Geruch nicht wahrnimmt. Denn als Wüthrich mit Fleur alleine im Urlaub war, weckte sie die Hündin zuverlässig vor einer starken Unterzuckerung. Sie weiss, wann ihre Hilfe unbedingt gebraucht wird.

Weiterlesen im Heft Nummer 40.

 

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