Zurück zum Anfang

Hat das Reptilienhirn Einfluss auf den Sterbenden?

Frage: 

Im Austausch mit verschiedenen Menschen hat sich folgende Frage herauskristallisiert: Jedes Sterben ist sowohl für die Angehörigen wie auch die Sterbenden sehr unterschiedlich im Erleben, was auch klar ist in Anbetracht der Individualität des Einzelnen. Hat das Reptilienhirn Einfluss auf die Sterbenden und die Hinterbliebenen? Wenn ja, gibt es dann eine Möglichkeit, dort unterstützend zu wirken, ausser mit der Höhlenübung?

Antwort: 

Das Reptilienhirn reagiert aufs Sterben sowohl bei den Angehörigen als auch bei den Sterbenden selbst mit Angst und/oder Wut. Die Höhlenübung ist hilfreich in Bezug auf die Angst. Was aber auch wichtig wäre, ist, der Wut  Beachtung zu schenken. Wut wird im Zusammenhang mit Sterben und Tod oft nicht erlaubt, weil man annimmt, dass man akzeptieren müsse, dass jemand stirbt, und dieser Auffassung wird noch mehr Richtigkeit zugebilligt, wenn die Person gar schon älter ist und viele Schmerzen aufgrund einer Erkrankung ertragen musste.

Hat die sterbende Person Frieden mit dem bevorstehenden Tod geschlossen oder sich diesen sogar gewünscht, ist die Wut bei den Angehörigen im Normalfall besonders gross, aber man wird sie dann erst recht verdrängen, der Idee folgend, man müsse es akzeptieren oder die Wut würde den Frieden zunichte machen. Deswegen lohnt es sich, nebst der Höhlenübung auch die »neutrale WutÜbung « durchzuführen. Praktisch bedeutet das, dass Sie sich auf Ihre Bauchregion konzentrieren, den Sitz der Wut also, und dann an etwas denken, was normalerweise Wut in Ihnen hervorruft, zum Beispiel etwas aus der Zeitung. Es sollte sich nicht um ein persönliches Ereignis handeln, daher der Vorschlag etwas scheinbar Banales zu nehmen. Wenn jemand stirbt, ist auch häufig ein Glücksgefühl dabei, das aber ebenfalls oft verdrängt wird. Beim Menschen treten meist mehrere Gefühle gleichzeitig auf, das bedeutet, dass Trauer und Angst ein simultan anwesendes Glücksgefühl nicht ausschliessen. Das Glücksgefühl verdrängt man, weil man sich schuldig fühlt, Glück zu empfinden. Glücksgefühle treten häufig auf, wenn der Sterbende schon längere Zeit pflegebedürftig war und man dadurch viel vom eigenen Leben aufgeben musste. Auch hier empfehle ich, dieses Gefühl »neutral« zu üben. Die Höhlenübung ist recht hilfreich für die Angehörigen. Ansonsten ist es aber meines Erachtens wichtig, sich auch beim Sterben bzw. beim Beobachten des Sterbens möglichst viel Freiraum zu lassen und nicht von einem idealen Weg des Sterbens auszugehen. Einige Menschen können »loslassen«, andere nicht, und wir wissen nicht, ob das überhaupt eine Bedeutung hat. Wichtig ist es, das Reptilienhirn zu verstehen und es von der geistigen Ebene trennen zu können. Tod hat je nach Ebene eine andere Bedeutung: das Reptilienhirn  repräsentiert das Leben selbst, den Körper und die Lebenskraft, und diese Kraft will nicht sterben, sondern strebt nach Leben. Der Geist und auch das Ego können sich vom Leben willentlich in Frieden verabschieden, vom  Reptilienhirn her gesehen ist das unmöglich, wir haben darauf auch keinen bewussten Einfluss.

Thema: 
Beantwortet von: 
Das Veranstaltungsforum von Heilen heute
Aktuell für Sie: HEILUNGSFORUM BEYOND Zusammentreffen von Menschen, die sich für die...
Dienstag, 17 November, 2015 - 20:37
Persönlichkeitsentfaltung
Kürzlich ist Patric Pedrazzolis zweites Buch »Seelenzucker « erschienen. Er nimmt dam...
Mittwoch, 22 November, 2017 - 20:50
Mensch und Tier
Kinesiologin und Tierkommunikatorin Christine Gerber gibt in dieser Beitragsserie ein...
Mittwoch, 22 November, 2017 - 20:42
Aus der Praxis
Die Psychosomatische Energetik verbessert den energetischen Zustand des Menschen. Dam...
Mittwoch, 22 November, 2017 - 20:35

Folgen Sie uns

facebooktwitter